Künstler:innentext – Monika Grobel


Zu den Arbeiten von Monika Grobel

Figurative tanzende Linie

Die Bilder hängen an den Wänden, stehen schichtweise in den Ecken. Weiter oben an der Wand sieht man eine große, figurative Zeichnung. Eine ältere Zeichnung. Der Strich ist unruhig, wild, der Ausdruck des abgebildeten Gesichtes dagegen ist klar und steht unmittelbar in all den tanzenden Linien. 
Man fühlt es, man ist mittendrin.

In den aktuellen Bildern auf Papieren und Leinwänden, ist das Figurative aufgelöst. Hier und da kann man noch Spuren davon entdecken. Zarte Farben erheben sich vor dunklen Flächen. Sie überlagern filigran, meditativ gezeichnete Strukturen aus Punkten oder Strichen.

Diese kleinen Zeichen werden irgendwann mit Nadel und Garn gezogen. Mal klein, wie in gezeichneten Reihen und Zeilen. Dann ergeben sie ein großes Feld. Zwischen den klaren Strichen, an Anfang und Ende, plötzlich die losen tanzenden Fäden.
Später werden sie zu feinen, aber harten, langen Linien, die rigoros über die Flächen gezogen sind.

Bewegungen und feste Punkte

Alles begann mit dem Zeichnen von Punkten und Strukturen. Es führte weg vom Figürlichen. Fort von der „nervösen Linie“, dem Emotionalen und Intuitiven.
Die Arbeit lief jetzt langsamer, ruhiger.
Eine andere Art zu Zeichnen.
Irgendwann kamen die Fäden hinzu.

Sie ziehen sich durch das Papier, durch die gezeichneten Muster, Konturen und Flächen. Sie geben ihre eigene Struktur ins Bild. Eine harte klare Linie, mit losen Enden. Sie haben nun einen scheinbar ungeordneten Rhythmus. 
Ein Anklang an die nervöse Linie? Wie Gedanken, die flirren, aber an beiden Enden festgebunden eine Klarheit geben. Festgenäht, kontrolliert. 
Außer – es löst sich das Garn. 
Außer – man betrachtet die losen Fasern, ihre Zartheit. Beweglichkeit. 
Fast ist nicht daran zu denken, sie unter eine Glasscheibe eines Bilderrahmens zu pressen. Vielleicht ist es besser, wenn sie beweglich leicht im Luftzug hängen, tanzen können.

Stehende Linie, wehend

Auf den Leinwänden erblickt man auch eindeutig diese Fäden. Doch es ist still. Diese Fäden sind gezeichnet. Da ist er wieder: der gezeichnete Strich. Er imitiert die Klarheit der genähten Linie.
In den neusten Arbeiten kommt mehr Material ins Wehen, in die Bewegung. Ganze Flächen und Landschaften – wie wogende Felder kommt es aus den losen Enden zu Stande. Die nervöse Linien – nun frei tanzend.

Mehr zu Monika Grobels Arbeiten: www.monika-grobel.com

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